Blog December 2009

3 wichtige KPIs zur Erfolgsmessung

Key Performance Indicators (KPIs)In diesem Artikel möchten wir Ihnen drei interessante KPIs vorstellen, mit denen Sie die Ergebnisse Ihrer Online-Maßnahmen messen können. Unter einem Key Performance Indicator versteht man einen prozentualen Anteil oder Durchschnittswert, der sich stets mit dem Wert der vorangegangenen Periode vergleichen lässt. Wir erläutern Ihnen folgende Kennzahlen: Avergage Revenue per Visit (durchschnittlicher Wert pro Besuch), Page "Stickiness" (Seiten "Klebrigkeit") und Percentage Visitors in a Specific Segment (prozentualer Anteil von Besuchern eines speziellen Segments)

Avergage Revenue per Visitor (durchschnittlicher Wert pro Besuch)

Definition

Average Revenue per Visit = Summe des generierten Umsatzes / Anzahl Besuche

Was unter der Summe des generierten Umsatzes zu verstehen ist, hängt von der Art der Wesite ab. Handelt es sich um einen Shop, so sollte der Verkaufsumsatz herangezogen werden. Werbebasierte Seiten sollten hierfür den Umsatz verwenden, den sie über Werbeeinblendungen generiert haben. Äquivalent dazu sollten Marketing-Seiten die Anzahl generierter Leads benutzen.

Auslegung

Je größer dieser Wert ist, desto erfolgreicher läuft Ihr Online-Projekt. Sinkt Ihr Wert plötzlich, so ist anzunehmen, dass eine größere Gruppe unqualifizierter Benutzer Ihre Seite aufgerufen hat oder möglicherweise ein technischer Defekt (z.B. zu lange Ladezeiten) vorliegt.

Maßnahmen

Um den Average Revenue per Visit zu erhöhen sollten Sie durch geeignete Maßnahmen mehr qualifizierte Besucher auf Ihre Seite führen. Hierzu eignen sich SEO, SEA, Bannerwerbung und Affiliate Marketing.

Page "Stickiness" (Seiten "Klebrigkeit")

Definition

Page "Stickiness" = 1 - (Anzahl Abbrüche / Page Views)

Mit Abbrüchen ist gemeint, wie oft User nach dem Aufruf einer bestimmten Seite den Webauftritt verlassen. 

Auslegung

Die Seiten "Klebrigkeit" ist quasi der Kehrwert zur Abbruchrate, sodass folglich ein möglichst hoher Wert erstrebenswert ist. Die Startseite, für die der Wert höher sein sollte als für restliche Seiten, sollte dabei getrennt betrachtet werden.

Maßnahmen

Eine A/B Test bzw. eine multivariates Testing sollte als Optimierungsmaßnahme durchgeführt werden, fall die Stickiness wichtiger Seiten bei Ihnen zu gering sein sollte.

Percentage Visitors in a Specific Segment

Definition

Percent Visitors in a Specific Segment = Anzahl Besucher eines Segments / Gesamtzahl aller Besucher

Es macht Sinn Ihre Nutzer nicht nur in neue und wiederkehrende Besucher einzuteilen, sondern auch in weitere Segmente zu gleidern. Beispiele hierfür sind die Einteilung nach Umsatz (High-Value Customers vs. Low-Value Customers) oder die Segmentierung nach der Zugriffsquelle (Besucher über organische Suche vs. Besucher über bestimmten Referrer). 

Auslegung

Sind diese Kundensegmente einmal definiert, lassen sich anschließend weitere Kennzahlen zur Auswertung heranziehen hierfür. Die Segmentierung der Besucher liefert Ihnen also den Grundstein für eine detailiertes Web Controlling und hilft Ihnen dabei Schwachstellen aufzudecken.

Maßnahmen

Hier kommt ganz darauf an, welchen Zweck Sie mit Ihrer Website verfolgen und welche Besuchersegmente Sie betrachten.

Quelle: Peterson, Eric (2006): The Big Book Of Key Performance Indicators




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geschrieben von admin am 21. December 2009 - 18:15
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Targeting und Personalisierung im eCommerce

Targeting & PersonalisierungNach wie vor gehört der Bereich des eCommerce zu den wachstumsstärksten Onlinesegmenten weltweit. Um auch in Zukunft effizient Umsatz zu generieren werden intelligenter Software-Tools benötigt, die es ihnen ermöglichen Interessenten in Ihrem Shop zu begeistern und in loyale Kunden umzuwandeln. Die e-Commerce Software Magento bietet hier Features im Bereich Content Targeting an, die wir Ihnen vorstellen möchten.

 
Springen wir zurück in die Zeit der 50’er bis 70’er Jahre. Damals war es typisch, Einkäufe in sogenannten „Tante-Emma-Läden“ zu tätigen. Dem Verkäufer waren die Vorlieben seiner Kundschaft bekannt, sodass er stets auf die individuellen Bedürfnisse seiner Kunden eingehen konnte. Durch persönliche Produktberatungen und -Empfehlungen fühlten sich die Käufer stets verstanden und umsorgt.

Heute sieht es im Bereich des eCommerce meist ganz anders aus. Oft finden potentielle Käufer nicht das, wonach sie suchen, da die Online-Shops gewöhnlich nur wenig zielgruppenorientiert aufgestellt sind und dadurch kontinuierlich Potential verschenken. Es genügt heute nicht mehr, dass ein Produkt vom Empfänger gefunden wird, vielmehr muss es auch den Preisvergleich und zahlreiche Alternativangebote überstehen. Dabei ist der Aufbau einer emotionalen Bindung zum Kunden entscheidend, um sich zukunftssicher am Markt zu behaupten.

Lange Zeit galt der Fokus der Shopbetreiber den neusten Softwaretechnologien und aufwendigen Backend-Entwicklungen. Außerdem wurde in sämtlichen Online-Marketing Aktivitäten investiert. Die Hausaufgaben sind erledigt und notwendige Grundlagen geschaffen. Nun sind Optimierungen gefragt, um besser auf die Vorlieben der Interessenten und Kunden eingehen und darauf aufbauend zielgruppengerecht agieren zu können.

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 1.1: eCommerce Technologien, deren Umsetzung von Unternehmen weltweit für das Jahr 2009 geplant waren (Forrester Research, 2008)

Laut Forrester Research gehören Suchfunktionen, Produktempfehlungen und interaktiver Support zu den Top-Technologien, deren Umsetzung für dieses Jahr weltweit geplant wurden.  
Die neuste Version der Magento Enterprise Edition (v 1.6) wurde dafür speziell um die sogenannte Rich Merchandizing Suite (RMS) erweitert. Ihre Features umfassen neben Content Targeting auch Maßnahmen für Personalized Recommendations. Wir möchten Ihnen in dieser mw.trendline Ausgabe die Content Targeting Funktionen vorstellen.
Content Targeting gilt als effiziente und zukunftsweisende Maßnahme, wenn es darum geht, den richtigen Inhalt für entsprechende Kundengruppen auszuwählen. Wie in der nachfolgenden Grafik ersichtlich wird, zählen „Targeting and Segmentation“ zu den Gebieten, mit denen Web-Analytiker sich in Zukunft am häufigst beschäftigen werden, um Ihr Wissen zu erweitern. Durch den Einsatz dieser innovativen Techniken im Onlinebusiness lassen sich einige Prozesse Optimieren und neue Marketingaktivitäten umsetzen. 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 2.1: Bereiche in denen Web Analytics User gern Ihr Wissen aufbessern möchten (Web Analytics Association „Outlook 2009“, 2009)

Benutzer-Segmentierung
Die Segmentierung der Kunden erfolgt anhand deren Verhalten und spezieller Charakteristika. Zur Konfiguration von Kundensegmenten sind im Administrationsbereich von Magento keinerlei Grenzen gesteckt. Unter dem Menu-Punkt Customer >Customer Segments lassen sich beliebig viele Kunden-Segmente anlegen. Deren Kriterien werden über die altbekannte Rules-Engine festgelegt. Die Bedingungen können auf Kunden-Merkmale, Warenkorb-Inhalt, bestimmte Produkte oder Bestellungen angewandt werden. Darüber hinaus können Filter auch auf bestellte oder angesehene Produkte konfiguriert werden.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 2.2: Überblick der in Magento zur Verfügung stehenden Parameter zur

Segmentierung von Kunden

Nach der Erstellung einer solchen Filtermaske werden die Nutzer als separate Gruppe angezeigt, die zu diesem Segment gehören. Die spätere Zuordnung weiterer Kunden erfolgt dynamisch, sodass beispielsweise Neukunden automatisch bestehenden Segmenten zugeordnet werden.
 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 2.3: Regelbasierte Kundensegmentierung in der Magento Administration

In diesem Beispiel werden alle „High Value Customers“ als Segment zusammengefasst, die jeweils einen Gesamtumsatz von mehr als 500 EUR in den letzten 365 Tagen geschaffen haben und aus Deutschland stammen. Anhand dieser Kundengruppe lassen sich dann später spezielle Promotions umsetzen.

Gezielte Marketing-Aktionen
Nach der Segmentierung der Kunden über entsprechende Filtermöglichkeiten von Magento können den Segmenten jetzt passende Werbemittel zugewiesen werden. Demzufolge lassen sich die Werbemaßnahmen speziell auf die Eigenschaften der Kundensegmente ausrichten und dadurch effektiv Conversions hervorrufen. Auch die Durchführung gezielter Rabatt-Aktionen ist dem Magento-Betreiber gestattet. Beispielsweise können den „High Value Customers“, beim nächsten Einkauf 10% Rabatt gewährt werden.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 2.4: Werbemittelzuweisung im erweiterten CMS-Bereich der Magento Enterprise Version

Die Zuweisung der Werbemittel zu den entsprechenden Kundensegmenten lässt sich im erweiterteren CMS-Bereich der Enterprise Version unter CMS > Banners durchführen.

Dynamischer Export von Kundendaten
Eine weitere strategisch sinnvolle Maßnahme, liefert der Export zuvor definierter Kundengruppen für eMail-Marketing, externe CRM Applikationen und 3rd Party Systeme über die klassischen Formate CSV, Excel und XML.
 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 2.5:     Magento-SugarCRM-Export

Die Magento-SugarCRM-Extension lädt desweiteren sämtliche Informationen neuer Kunden automatisch als Kontakte in das separat geführte CRM-System. Sogar Daten von registrierten Magento-Nutzern, die keine Bestellung durchgeführt haben, werden als Leads übernommen. Diese Informationen lassen sich später für Optimierungsmaßnahmen des Online-Shops heranziehen. Neben SugarCRM gibt es eine Reihe anderer CRM-Systeme, deren Anbindung an Magento möglich ist.  

 




Alexander Damm's picture
geschrieben von adamm am 18. December 2009 - 16:05
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Das Handy wird zum Schnäppchenjäger - mobil shoppen & sparen!

Ihr Partner hat keine Zeit mit Ihnen shoppen zu gehen? Kein Problem, die kostenlose App von woabi.de bietet Ihnen den idealen Einkaufsberater. Das Motto lautet: Barcode mit dem Handy einscannen und sofort sämtliche Produkt- und Preisinfomationen erhalten. Die Abkürzung woabi steht dabei für "wo anders billiger".

Mit woabi.de ist es möglich mit der Handykamera oder iPhone Strichcodes von beliebigen Produkten zu scannen und anschließend Preis- und Produktinformationen direkt auf das Handy zu bekommen. Aus hunderten von E-Commerce-Shops ermittelt das kostenlose APP die besten Angebotspreise.

Woabi macht mittlerweile über 2 Millionen Produkte mobil abrufbar. Mit einer kürzlich stark verbesserten Programmversion für das iPhone werden ausserdem auch lokale Angebote berücksichtigt. Das Programm nutzt die Ortungsfunktion des iPhones und zeigt den Weg zu den günstigen Angeboten in der direkten Umgebung auf einer Karte an. Nutzer können dann komfortabel durch die Angebote stöbern und sich diese auch für einen späteren Zeitpunkt merken lassen.

Zum App Store

Quelle: woabi




Alexander Damm's picture
geschrieben von adamm am 17. December 2009 - 19:08
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Neue Magento Enterprise Edition 1.7 mit Bonussystem, Performanceoptimierung und erweiterten CMS Features

MagentoIm Januar 2010 erscheint die neue Magento Enterprise Edition Version 1.7. Neue Kernfeatures sind die nahtlose Integration des Bonusprogramms in Magento, die Performanceoptimierung sowie erweiterte Funktionalitäten des CMS. Sowohl die neuen Features als auch die bereits vorhandene Rich Merchandizing Suite zur Segmentierung bzw. Personalisierung werden beim Neukunden Naturzeit von mediawave gezielt zum Einsatz kommen.

Neben der Punktevergabe bei Bestellungen, können diese auch für Aktionen innerhalb des online Shops (z.B. Newsletteranmeldung, Bewertungen, Einladungen zu Private Sales oder Erfolgreiche Anmeldungen für Private Sales) vergeben werden und sind käuflich zu erwerben. In der Administration gibt es die Möglichkeit Punktestände zu verwalten und am Kunden alle Verwendungsmöglichkeiten der Punkte zu steuern. Die Tauschraten von Währung zu Punkten und Punkten zu Währung ist flexibel und kann auch je Kundengruppe/Kunde eingestellt werden. Die Punktevergabe kann an bestimmte Promotionregeln geknüpft werden.

Die Performanceoptimierung basiert hauptsächlich auf einem neuen Full Page Caching-Modul, welches out-of-the-box in der neuen Version mitgeliefert wird.

Darüber hinaus wurde in der Version 1.7 das CMS und Widget überarbeitet. Die Genauen Features werden noch bekannt gegeben.

Bereits im 3. Quartal 2009 erschien im Rahmen der Enterprise Edition von Magento die Rich Merchandizing Suite (RMS). Die drei wichtigsten Elemente zur personalisierten Ansprache von Usern möchten wir hier noch einmal zusammenfassen:

Targeted Customer Segmentation

Damit lassen sich Kunden in Rollen segmentieren und Marketingmaßnahmen gezielt auf die einzelnen Gruppen abstimmen. Neben der Generierung von Berichten anhand von Kundenrollen, Charakteristika (z.B. Adressen, Geschlecht oder Alter) und Verhalten (z.B. Bestellhistorie, On-Site Browsing) können Verkaufsfordernde Maßnahmen definiert werden (z.B. 10% Rabatt auf Adidas Artikel für die Kunden, die innerhalb der letzten 12 Monate Artikel von Adidas im Gesamtwert von mindestens € 400 eingekauft haben.)

Targeted Merchandising

Diese Funktion dient zur gezielten Optimierung des durchschnittlichen Warenkorbes (AOV) durch das Vorschlagen von Produkten oder Zubehör. Das bedeute zum einen die automatisierte und regelbasierte Auswahl von Up-Sellings. (z.B. Anzeige von 10% teureren Produkten aus der gleichen Kategorie und vom gleichen Hersteller.) oder die Anzeigen von Produkten, die in 20% der Fälle ebenfalls mit der bestehenden Auswahl gekauft wurden. (vgl. Amazon)

Targeted Marketing Personalization Zones

Die Enterprise Edition ermöglicht außerdem Marketingmaßnahmen auf der Seite (z.B. Banner oder Elemente innerhalb von Content Blöcken) gezielt und regelbasiert auf Basis von Kundenrollen, Charakteristika und Verhalten anzuzeigen.

Mehr Informationen zu den exklusiven Features der Enterprise Edition




Markus Neumann's picture
geschrieben von mneumann am 16. December 2009 - 13:41
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B2B-Branche setzt zunehmend auf Online-Marketing

Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten setzen Unternehmen des Business-to-Business-Sektors auf Online-Marketing, so das Ergebnis einer vor kurzem veröffentlichten Studie. Längst haben die Verantwortlichen die große Bedeutung von Internet-Werbung erkannt und investieren zunehmend in diesem Bereich. Allein 76% der befragten Firmen setzten verstärkt auf SEO & SEM. 

Kalkulierbare Kosten, messbare Resultate: Das Mantra der Online-Werbung ist längst auf dem B2B-Markt angekommen. Um die spezielle Zielgruppe der Unternehmensentscheider direkt zu beharken, setzen viele Vermarkter von B2B-Produkten auf bezahlte Suchmaschineneinträge im Internet, wie eine Studie von TNS Infratest im Auftrag von wer-liefert-was.de, nicht ganz uneigennützig, vermeldet. So spielen SEM und SEO bei 76 Prozent der B2B-Anbieter bereits eine zentrale Rolle im Werbebudget, Printwerbung in Fachzeitschriften und klassische Online-Werbung betreiben jeweils 61 Prozent.

Die 160 befragten B2B-Entscheider haben ihre Werbeaktivitäten im Internet in den letzten zwei Jahren deutlich ausgebaut: So hat die Keyword-Werbung 19 Prozent hinzugewonnen; klassische Online-Werbung steigerte sich um sechs Prozent und Anzeigen in Fachzeitschriften um vier Prozent. Printwerbung in Publikumszeitschriften und Außenwerbung mussten mit einem minus von neun Prozent empfindliche Einbußen hinnehmen, auch die sogenannte „Point-of-Sale“-Werbung in Geschäften verlor acht Prozent ihres Volumens.

Quelle: ECIN




Alexander Damm's picture
geschrieben von adamm am 4. December 2009 - 10:54
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Nutzer mögen keine Veränderungen - Tipps zum Redesign

Wussten Sie schon, dass ein Großteil Ihrer Nutzer Veränderungen des gesamten Designs nicht mögen? Daher ist es absolut ratsam das altbekannte Design Ihrer Website bei zu behalten und dieses sukzessive weiter zu entwickeln. Allerdings könnte eine schrittweise Anpassung Ihre einheitliche Gesamtstruktur zerstören, sodass ein neuer Aufbau der Benutzeroberfläche unumgänglich ist. Es gilt diese Entscheidung also genau abzuwägen. In diesem Artikel erfahren Sie interessante Fakten zur Akzeptanz von Designänderungen beim User.

Oft hört man Mitglieder von Design-Teams (oder des Managements) sagen: "Wir brauchen ein frisches Design." Dadurch geraten Redesign-Projekte in der Regel auf eine falsche Schiene mit falschen Zielen und falscher Strategie.
Ein frisches Design ist meist ein schlechteres Design, schon einfach nur deshalb, weil es neu ist und deshalb die Erwartungen der Nutzer nicht trifft. Eine bessere Strategie ist es, auf Gewohnheit zu setzen und auf dem existierenden Wissen der Nutzer über die Funktionsweisen eines Systems aufzubauen.

Warum Insider ein frisches Design haben wollen

Sie haben das Design jeden Tag vor Augen, jahrelang. Natürlich denken Sie, die Benutzeroberfläche sehe abgenutzt aus. Zählen Sie einmal die Stunden, in denen Ihr eigenes Design Ihren Blicken ausgesetzt war. Wenn Sie jahrelang im gleichen Design-Team gearbeitet haben, kann die Anzahl dieser Stunden leicht in die Tausende gehen.
Ihr normaler Benutzer dagegen hat in den vergangenen Jahren wahrscheinlich nur wenige Stunden damit verbracht, Ihr Design anzuschauen. Denken Sie an Jakobs Gesetz vom Internet-Benutzererlebnis: Die Nutzer verbringen die meiste Zeit auf anderen Websites.
Normalerweise verbringen die Leute nicht mehr als 2-3 Minuten auf einer Website; selbst wenn sie Ihre Website täglich besuchen, kommen so in zwei Jahren nur 30 Betrachtungsstunden zusammen. In der Regel verbringen selbst loyale Kunden nicht mehr als 5 Stunden pro Jahr auf Ihrer Website. Deshalb werden Ihre Kunden Ihres Designs lange nicht so schnell überdrüssig.

Warum die Nutzer ein altbekanntes Design haben wollen

Der wichtigste Grund ist: Den Benutzern ist das Design an sich völlig unwichtig; sie wollen dort einfach nur irgendwas erledigen und dann wieder raus. Normale Leute sitzen nicht gerne an ihrem Rechner. Sie würden lieber Fussball gucken, mit dem Hund rausgehen oder sonst irgendwas tun. Den Computer zu benutzen rangiert gerade einmal knapp über dem Müllwegbringen.
Wenn die Leute Websites besuchen oder Programmen benutzen, verschwenden sie keine Zeit damit, das Design zu analysieren oder zu bewundern. Sie konzentrieren ihre Aufmerksamkeit auf die Aufgabe, die sie erledigen wollen, den Inhalt, ihre eigenen Daten oder Dokumente.
Deshalb mögen die Leute ein Design, in dem sie die Funktionen kennen und sofort diejenigen lokalisieren können, die sie gerade brauchen. Das heißt, sie mögen ein altbekanntes Design.
In der Tat sollten Sie sich jedes Mal, wenn Sie ein Redesign frei schalten, auf eine Flut von E-Mails verärgerter Kunden gefasst machen. Es ist ein Naturgesetz, dass die Benutzer Veränderungen hassen, und dass sie sich jedes Mal beschweren, wenn Sie irgendetwas an eine andere Stelle verschieben oder sonstwie ihre Fähigkeit reduzieren, das zu tun, was sie immer getan haben.
Dass sich Nutzer über ein Redesign beschweren, bedeutet nicht unbedingt, dass es schlecht ist; wenn das neue Design wirklich eine bessere Usability hat, entschliessen sich die Leute eventuell am Ende doch dazu, es zu mögen. Kundenbeschwerden sind also kein Grund, Redesigns überhaupt zu vermeiden; sie sind lediglich ein Grund, das Design nicht bloß deshalb zu verändern, damit es "frisch bleibt".

Häufig genutzte Benutzeroberflächen

Wenn Sie ein Intranet betreiben, Programme entwickeln oder eine extrem populäre Website haben, kann es sein, dass die Benutzer zusammengerechnet doch mehr als ein paar Minuten pro Woche auf Ihre Benutzeroberfläche schauen. In solchen Fällen könnte man denken, dass die Kunden nach einiger Zeit nach einem frischen Design verlangen - doch nichts dergleichen passiert.
Leute, die regelmäßig eine Benutzeroberfläche verwenden, werden zu erfahrenen Nutzern, und ihr Benutzererlebnis wird von perfekter Leistung geprägt. Designs für Erstnutzer und für Expertennutzer unterscheiden sich in der relativen Bedeutung einiger Schlüsselattribute der Usability wie Lernbarkeit und Effizienz.
Je mehr sich die Leute auf ihre perfekte Leistung verlassen, desto abhängiger werden sie von automatisierten Routineabläufen. Deshalb präferieren häufige Benutzer ebenfalls ein altbekanntes Design.
Letztlich läuft der Unterschied zwischen Design-Teams und Nutzern auf den Unterschied zwischen Anschauen und Verwendenhinaus. Sie schauen Ihr Design immer wieder aufs Neue an und debattieren über seine kleinsten Elemente. Ihre Kunden verwenden vielleicht die gleichen Funktionen immer wieder, aber sie denken dabei an ihre Aufgabe. Da die Nutzer sich auf etwas konzentrieren, das außerhalb des Designs liegt, registrieren sie dieses lange nicht so stark.

Wann man doch ein Design auffrischen sollte

Im Allgemeinen ist es besser, eine Benutzeroberfläche mit leichten Veränderungen weiterzuentwickeln, als ein vollkommen frisches Design anzubieten. Deshalb empfehle ich nachdrücklich, im ersten Schritt das Grund-Design richtig zu machen, bevor Sie es freischalten, damit es einige Jahre lang mit kleineren Updates weiterleben kann. Bevor Sie etwas Ihren Kunden präsentieren, verwenden Sie Techniken wie schnelles iteratives Design und Papierprototypen, um den Gestaltungsraum gründlich zu erforschen und die Usability aufzupolieren.
Dies ist ein bewusst anderer Ansatz als die Methode, einfach "etwas an die Wand zu werfen" und zu sehen, was kleben bleibt. In der Tat plädieren manche Leute dafür, das, was man gerade für das Beste hält, frei zu schalten; denn das Schöne am Internet sei, dass man alles wieder ändern kann, was sich als falsch erweist. Das stimmt zwar, aber mit dieser Methode werden Sie unpopulär sein, weil Sie

  •  die Nutzer missachten, indem Sie ihnen ein schwaches Design vorsetzen, das Sie in wenigen Tagen vor dem Freischalten mit Benutzertests hätten verbessern können
     
  •  den Nutzern entgegenwirken, indem Sie sie dazu zwingen, unter genau den Veränderungen zu leiden, von denen wir wissen, dass sie sie hassen.

Im Allgemeinen gilt: Machen Sie es richtig, und ändern Sie es dann langsam. Allerdings gibt es zwei Fälle, in denen ein radikalerer Ansatz angemessen ist:

  •  Wenn Sie noch fast keine aktuellen Nutzer haben und erwarten, dass eine größere Design-Verbesserung den Benutzerstamm dramatisch vergrößern wird. In diesem Fall ist der Geschäftsverlust durch das Bestrafen Ihrer gegenwärtigen Kunden klein genug, um ihn in Kauf nehmen zu können. Natürlich ist es immer noch ein Risiko, ob Sie wirklich in der Lage sein werden, ein viel grösseres Publikum anzusprechen. Denken Sie an das alte Sprichwort: ein Spatz in der Hand ist besser als eine Taube auf dem Dach. Wenn Sie sich nicht sicher sind, dass auf diesem Dach Millionen von Nutzern warten, sollten Sie vielleicht besser unten bleiben.
     
  •  Wenn sich Ihr altes Design so viele Jahre lang schrittweise entwickelt hat, dass das Gesamt-Benutzererlebnis zu verschachtelt geworden ist und jeden Bezug zu einer einheitlichen konzeptuellen Struktur verloren hat.

[...] Wenn Ihr existierendes Design also kein Wildwuchs aus notdürftig zusammengeschraubten Funktionen ist, der eine neue Architektur benötigt, ist es am besten, bei dem gewohnten Design zu bleiben, das die Nutzer bevorzugen, und der Versuchung zu einem neuartigen Design zu widerstehen, das Sie selbst als einziger wertschätzen.

Quelle: Jakob Nielsen




Alexander Damm's picture
geschrieben von adamm am 3. December 2009 - 11:00
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